RPE-Skala und RIR im Krafttraining
RPE bewertet im Krafttraining von 1 bis 10, wie anstrengend ein Satz war. RIR zählt Wiederholungen in Reserve: keine bei RPE 10, eine bei 9, zwei bei 8.
Gewicht nach RPE berechnen
Trainingsgewicht
75 kg
RPE 8: 2 Wiederholungen in Reserve. 75 % deines 1RM.
RPE-Skala und RIR
Deine Gewichte für 8 Wiederholungen bei einem 1RM von 100 kg.
| RPE | RIR | Am Satzende | Gewicht |
|---|---|---|---|
| 10 | 0 | Maximale Anstrengung: Mehr ging nicht. | 78,9 kg |
| 9,5 | 0 | Keine Wiederholung mehr, aber etwas mehr Gewicht ging noch. | 77,9 kg |
| 9 | 1 | Eine Wiederholung ging noch. | 76,9 kg |
| 8,5 | 1–2 | Eine oder zwei gingen noch. | 76 kg |
| 8 | 2 | Zwei gingen noch. | 75 kg |
| 7,5 | 2–3 | Zwei oder drei gingen noch. | ≈ 74,1 kg |
| 7 | 3 | Drei gingen noch. | ≈ 73,2 kg |
| 5–6 | 4–6 | Vier bis sechs gingen noch. | Kein Gewicht berechnet |
| 3–4 | — | Leichte Anstrengung. | Kein Gewicht berechnet |
| 1–2 | — | Kaum oder keine Anstrengung. | Kein Gewicht berechnet |
≈: Der Satz kommt einschließlich Reserve auf mehr als 10 Wiederholungen. Darüber ist das Gewicht ein Richtwert.
Das Wichtigste
- „3 × 5 bei RPE 8“ heißt drei Sätze mit 5 Wiederholungen und einem Gewicht, das du 7-mal bewegen könntest.
- Dein 1RM ist das schwerste Gewicht, das du genau ein Mal schaffst. Um es zu schätzen, zählst du die Wiederholungen in Reserve mit, als hättest du sie gemacht. 80 kg × 5 bei RPE 8 sind 5 + 2 = 7 mögliche Wiederholungen, und die Epley-Formel ergibt 80 × (1 + 7 ÷ 30) = 98,7 kg.
- Derselbe RPE-Wert steht nicht immer für denselben Prozentsatz des 1RM. Bei RPE 8 sind es 91 % für eine Wiederholung und 75 % für acht.
- Im Schnitt hast du eine Wiederholung mehr in Reserve, als du denkst. Dein geschätztes 1RM ist deshalb ein Richtwert.
RPE im Krafttraining: Bedeutung
RPE steht für Rating of Perceived Exertion, auf Deutsch „empfundene Anstrengung“. Im Krafttraining ist das ein Wert von 1 bis 10, den du einem Satz gibst, sobald er beendet ist. Ab 7 zählt er die Wiederholungen, die du noch geschafft hättest: keine bei RPE 10, eine bei 9, zwei bei 8, drei bei 7.
Steht in einem Trainingsplan „3 × 5 bei RPE 8“, machst du drei Sätze mit 5 Wiederholungen und einem Gewicht, das du 7-mal bewegen könntest.
Halbe Werte liegen dazwischen: RPE 8,5 steht für ein bis zwei Wiederholungen in Reserve, RPE 7,5 für zwei bis drei. RPE 9,5 ist die Ausnahme. Hier hättest du keine weitere Wiederholung geschafft, aber etwas mehr Gewicht auflegen können. In einem englischsprachigen Trainingsplan stehen diese Werte als 8.5 und 9.5.
Unter 7 zählt die Skala die Wiederholungen nicht mehr einzeln. 5 und 6 stehen zusammen für vier bis sechs Wiederholungen in Reserve, und von 1 bis 4 beschreibt der Wert eine leichte oder kaum spürbare Anstrengung. Genutzt wird die Skala vor allem von 7 bis 10, denn nahe am Muskelversagen schätzt man am besten ein, was noch geht.
Wissenschaftlich beschrieben wurde die Skala 2016 in einer Studie mit 29 Personen bei Kniebeugen. Die Tabelle oben übersetzt sie aus dem Englischen.
RIR: Wiederholungen in Reserve
RIR steht für Reps in Reserve, „Wiederholungen in Reserve“. Gemeint ist die Zahl der Wiederholungen, die du am Ende des Satzes noch geschafft hättest. Von RPE 7 bis RPE 10 lässt sich der eine Wert aus dem anderen ablesen, weil beide zusammen 10 ergeben:
- RIR 0 entspricht RPE 10.
- RIR 1 entspricht RPE 9.
- RIR 2 entspricht RPE 8.
- RIR 3 entspricht RPE 7.
„4 × 8, RIR 2“ und „4 × 8 bei RPE 8“ bedeuten also dasselbe. Die Regel gilt erst ab RPE 7, denn darunter nennt die Skala einen Bereich und keine einzelne Zahl.
RPE-Tabelle: Prozent des 1RM je Wiederholungszahl
Suche die Zeile mit deiner Wiederholungszahl und die Spalte mit deinem RPE-Wert. Dort steht, mit wie viel Prozent deines 1RM du trainierst. Das 1RM ist das schwerste Gewicht, das du genau ein Mal schaffst. Bei einem 1RM von 100 kg liest du die Prozentwerte direkt als Kilo: 5 Wiederholungen bei RPE 8 machst du mit 81 kg.
| Wdh. | RPE 10 | RPE 9 | RPE 8 | RPE 7 |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 100 % | 94 % | 91 % | 88 % |
| 2 | 94 % | 91 % | 88 % | 86 % |
| 3 | 91 % | 88 % | 86 % | 83 % |
| 4 | 88 % | 86 % | 83 % | 81 % |
| 5 | 86 % | 83 % | 81 % | 79 % |
| 6 | 83 % | 81 % | 79 % | 77 % |
| 7 | 81 % | 79 % | 77 % | 75 % |
| 8 | 79 % | 77 % | 75 % | — |
| 9 | 77 % | 75 % | — | — |
| 10 | 75 % | — | — | — |
Derselbe RPE-Wert steht von Zeile zu Zeile für einen anderen Prozentsatz. Bei RPE 8 machst du eine Wiederholung mit 91 % des 1RM, acht Wiederholungen mit 75 %. „RPE 8 = 85 %“ ohne Wiederholungszahl sagt deshalb nichts aus.
Die halben Werte liegen in der Mitte zwischen ihren beiden Nachbarn:
| Wdh. | RPE 9,5 | RPE 8,5 | RPE 7,5 |
|---|---|---|---|
| 1 | 97 % | 92 % | 90 % |
| 2 | 92 % | 90 % | 87 % |
| 3 | 90 % | 87 % | 85 % |
| 4 | 87 % | 85 % | 82 % |
| 5 | 85 % | 82 % | 80 % |
| 6 | 82 % | 80 % | 78 % |
| 7 | 80 % | 78 % | 76 % |
| 8 | 78 % | 76 % | — |
| 9 | 76 % | — | — |
Ein Strich steht für einen Satz, der einschließlich Reserve über 10 Wiederholungen käme. 8 Wiederholungen bei RPE 7 sind 8 geschaffte und 3 in Reserve, also 11. Über 10 Wiederholungen liefern die sieben Formeln aus dem 1RM-Rechner unterschiedliche Ergebnisse. Der Rechner oben zeigt dann ein Gewicht mit einem „≈“ davor und dazu die Spanne zwischen ihnen.
1RM mit RPE berechnen
Ein Satz, der vor dem Muskelversagen endet, entspricht einem längeren Satz bis zum Muskelversagen. 5 Wiederholungen mit 2 in Reserve machst du mit dem Gewicht, mit dem du 7 Wiederholungen bis zum Muskelversagen schaffst. Auf dieser Idee beruhen die veröffentlichten Tabellen. Um ein 1RM zu schätzen, zählst du also die Wiederholungen in Reserve zu den geschafften dazu und rechnest dann mit der Epley-Formel:
1RM = Gewicht × (1 + (Wiederholungen + RIR) ÷ 30)
Beispiel: 80 kg × 5 bei RPE 8, also mit 2 Wiederholungen in Reserve, ergeben 80 × (1 + 7 ÷ 30) = 98,7 kg. Derselbe Satz bis zum Muskelversagen, also bei RPE 10, ergäbe 80 × (1 + 5 ÷ 30) = 93,3 kg.
Umgekehrt multiplizierst du dein 1RM mit dem Prozentwert aus der Tabelle und erhältst dein Trainingsgewicht. Bei einem 1RM von 100 kg machst du 8 Wiederholungen bei RPE 8 mit 75 %, also mit 75 kg.
Die Reserve mitzählen und dann mit der Epley-Formel rechnen: Diese Kombination hat Log gewählt, die App hinter dieser Seite. Eine Studie, die diese Prozentwerte mit einem gemessenen 1RM vergleicht, hat Log nicht gefunden. Bei RPE 10 ist es dieselbe Rechnung wie im 1RM-Rechner.
Warum zwei RPE-Tabellen nicht dieselben Zahlen zeigen
Zwei weitere Tabellen sind im Umlauf. Genau wie diese Seite rechnen sie die Wiederholungen in Reserve zu den geschafften dazu. Der Unterschied liegt allein im Prozentwert, den sie jeder Wiederholungszahl zuordnen.
- Die Tabelle von Reactive Training Systems, die am häufigsten kopierte, stammt von Mike Tuchscherers Unternehmen. Ihr Autor empfiehlt jedem, sich eine eigene zu erstellen, und rät davon ab, daraus ein 1RM abzuleiten.
- Die Tabelle von Helms und seinen Mitautoren, 2016 veröffentlicht, beruht auf drei Messungen bei Kniebeugen an 15 erfahrenen Trainierenden. Ihre übrigen Werte sind Schätzungen. Sie reicht von 1 bis 8 Wiederholungen und von RPE 7 bis RPE 10, und ihre Autoren bitten darum, sie nicht als exakten Umrechner zu benutzen.
Für 5 Wiederholungen bei RPE 10 nennt die erste 86,3 %, die zweite 85 %, diese Seite 85,7 %. Bis 10 Wiederholungen einschließlich Reserve weicht die Rechnung dieser Seite höchstens 2 Prozentpunkte von jeder der beiden ab. So weit liegen die beiden auch voneinander entfernt.
Wie du deinen RPE-Wert einschätzt
RPE lässt sich nicht berechnen. Du schätzt den Wert am Ende des Satzes, indem du zählst, wie viele Wiederholungen du noch geschafft hättest. Studien prüfen diese Einschätzung so: Die Teilnehmenden sagen an, wie viele Wiederholungen noch übrig sind, und machen dann bis zum Muskelversagen weiter.
- Man hält sich für näher am Muskelversagen, als man ist. Laut einer Auswertung von 2022 mit 12 Studien und 414 Personen unterschätzt man im Schnitt um etwa eine Wiederholung, was noch geht.
- Nahe am Muskelversagen ist die Einschätzung genauer. Bei 81 Erwachsenen lag der Fehler bei etwa einer Wiederholung, wenn noch 0 bis 5 übrig waren, und bei mehr als zwei, wenn noch 7 bis 10 übrig waren.
- Lange Sätze täuschen stärker. In einem Satz Kniebeugen mit durchschnittlich 16 Wiederholungen lagen trainierte Männer um 2 Wiederholungen daneben, wenn sie „noch eine“ ansagten, und um 5 bei „noch fünf“.
- Die letzten Sätze lassen sich besser einschätzen als der erste, so die Auswertung von 2022.
- Erfahrung hilft nicht immer. Die Auswertung von 2022 sieht bei Trainierten keine genauere Einschätzung als bei weniger Erfahrenen. Andere Arbeiten finden, dass Erfahrene genauer schätzen, vor allem bei einem 1RM-Versuch.
Liegst du bei der Reserve um eine Wiederholung daneben, verschiebt sich das geschätzte 1RM um etwa 3 %. Helms und seine Mitautoren schlagen vor, die eigene Einschätzung so zu prüfen: Du bewertest einen Satz, der vor dem Muskelversagen endet, und machst den nächsten mit demselben Gewicht bis zum Muskelversagen.
RPE 10: Muss man bis zum Muskelversagen gehen?
RPE 10 heißt Muskelversagen, also keine weitere Wiederholung. Zwei Studienauswertungen, von 2022 und von 2023, finden keinen klaren Vorteil darin, bis zum Muskelversagen zu gehen, statt vorher aufzuhören.
- In einer Studie von 2024 mit 18 trainierten Personen wuchs der Quadrizeps in acht Wochen gleich stark, ob die Sätze ein bis zwei Wiederholungen vor dem Muskelversagen endeten oder bis zum Muskelversagen gingen.
- Eine Analyse von 2024, die mehrere Studien zusammenfasst, findet mehr Muskelzuwachs, je näher die Sätze am Muskelversagen enden, während der Kraftzuwachs ähnlich bleibt. Ihre Autoren nennen sie explorativ.
- 2026 schreibt das American College of Sports Medicine, dass man nicht bis zum Muskelversagen gehen muss und dass sich eine ausreichende Anstrengung 2 oder 3 Wiederholungen davor erreichen lässt. Für einen bestimmten Zielwert bei RIR oder RPE reichen ihm die Belege nicht.
Über einen RPE-Zielwert besteht keine Einigkeit. Und nicht alle Studien meinen mit „Muskelversagen“ dasselbe: die Wiederholung, die trotz aller Anstrengung nicht mehr gelingt, oder den Moment, in dem man beschließt aufzuhören.
RPE oder Prozent des 1RM
Ein Trainingsplan gibt seine Gewichte auf zwei Arten an: in Prozent des 1RM („4 × 5 mit 80 %“) oder nach Anstrengung („4 × 5 bei RPE 8“). Der Prozentwert beruht auf einer früheren Leistung, RPE richtet sich nach der Tagesform. Außerdem schafft nicht jeder mit demselben Prozentsatz gleich viele Wiederholungen, und ein Anstrengungswert berücksichtigt das.
Einen Sieger nennen die Studien nicht:
- Über 8 Wochen machten trainierte Männer mit Gewichten in Prozent des 1RM etwa dieselben Fortschritte wie mit Gewichten, die sie nach einem Ziel-RPE wählten.
- Über 12 Wochen legten 31 trainierte Männer bei Kniebeugen stärker zu, wenn sich die Gewichte nach Wiederholungen in Reserve richteten, als mit Prozentwerten, die zu Beginn festgelegt wurden.
- Eine Auswertung von 2022 sieht bei keinem der beiden Ansätze mehr Kraftzuwachs als beim anderen, und das American College of Sports Medicine hält die Datenlage noch für unzureichend.
Beide Methoden lassen sich verbinden: Du startest mit einem Gewicht in Prozent und passt es von Satz zu Satz mit einem RPE-Bereich an.
RPE, Borg-Skala und Session-RPE
Drei Skalen heißen RPE, und sie messen nicht dasselbe:
- Die Borg-Skala von 6 bis 20 kommt im Ausdauersport und bei Belastungstests zum Einsatz. Sie bewertet das allgemeine Anstrengungsempfinden.
- Session-RPE ist ein einziger Wert für das ganze Training, der mit der Trainingsdauer multipliziert wird. Damit lässt sich die Trainingsbelastung von Woche zu Woche verfolgen.
- RPE pro Satz ist das Thema dieser Seite: ein Wert von 1 bis 10 am Ende eines Satzes, gemessen an den Wiederholungen in Reserve.
Die Idee, die empfundene Anstrengung zu bewerten, geht auf Gunnar Borg zurück. 1970 erschien die Skala von 6 bis 20, 1982 eine zehnstufige Skala, die CR10 genannt wird.
Die verbleibenden Wiederholungen zu zählen, kommt aus dem Powerlifting. Fachartikel schreiben die Idee dem Trainer Mike Tuchscherer und einem Handbuch von 2008 zu. In seiner Skala steht der halbe Wert für den Zweifel: 9,5 heißt, dass eine weitere Wiederholung vielleicht möglich gewesen wäre. In der Skala von 2016 heißt 9,5 dagegen, dass etwas mehr Gewicht möglich gewesen wäre. 2012 zeigte eine Studie mit 17 Bodybuildern, dass sie die Zahl ihrer verbleibenden Wiederholungen gut einschätzten, während ihr klassischer Anstrengungswert selbst beim Muskelversagen unter dem Maximum blieb.
RPE und Log
Log, die App hinter dieser Seite, ist ein Trainingstagebuch für iPhone. Es zeichnet weder RPE noch RIR auf. Willst du deinen Wert festhalten, schreibe ihn in die Anmerkung zur Übung: „RPE 8“.
Sätze bis zum Muskelversagen kennt Log dagegen. Importierst du eine Notiz, in der „3 × max“ steht, erscheint dieser Satz in Log mit „(max)“. Er hat kein Wiederholungsziel, also gibt es beim nächsten Mal nichts zu übertreffen. Log schlägt dir dann nicht vor, das Gewicht zu erhöhen, und sagt es so: „Sätze bis zum Muskelversagen erlauben keinen Vorschlag. Lass ein bis zwei Wiederholungen in Reserve und peile das Ziel an.“ Welche Regel Log anwendet, erklärt der Artikel über Progressive Overload.
In den Details einer Übung zeigt Log den Verlauf „e1RM“, dein geschätztes 1RM. Dafür rechnet es mit der Epley-Formel und nur mit den geschafften Wiederholungen, ohne Reserve. Bei einem Satz mit 2 bis 10 Wiederholungen bis zum Muskelversagen findest du dort dieselbe Zahl wie auf dieser Seite. Bei einem Satz, der vorher endet, zeigt Log ein niedrigeres geschätztes 1RM.
Wie du Gewichte notierst, mit Stange oder pro Kurzhantel, steht im Ratgeber Sätze, Wiederholungen und Gewichte klar notieren. Wie du zwei Trainings nebeneinander liest, zeigt Trainings vergleichen, ohne den Zusammenhang zu verlieren.
Diese Seite erklärt eine Skala und eine Rechnung. Sie ersetzt weder ärztlichen Rat noch die Betreuung durch eine ausgebildete Fachkraft.
Häufige Fragen
Was bedeutet RPE im Krafttraining?
RPE (Rating of Perceived Exertion, „empfundene Anstrengung“) ist ein Wert von 1 bis 10, den du einem Satz gibst, sobald er beendet ist. Von 7 bis 10 zählt er die Wiederholungen, die du noch geschafft hättest: keine bei 10, eine bei 9, zwei bei 8, drei bei 7.
Was bedeutet RIR im Krafttraining?
RIR (Reps in Reserve, „Wiederholungen in Reserve“) ist die Zahl der Wiederholungen, die du am Ende eines Satzes noch geschafft hättest. RIR 2 heißt, dass du zwei Wiederholungen vor dem Muskelversagen aufgehört hast.
Was ist der Unterschied zwischen RPE und RIR?
Beide sagen dasselbe. RIR zählt die Wiederholungen, die noch übrig sind, RPE bewertet die Anstrengung auf einer Skala bis 10. Von RPE 7 bis RPE 10 ergeben beide zusammen 10: RIR 0 bei RPE 10, RIR 1 bei RPE 9, RIR 2 bei RPE 8, RIR 3 bei RPE 7.
Was bedeutet RPE 8?
Du beendest den Satz mit zwei Wiederholungen in Reserve: Zwei weitere hättest du geschafft, drei nicht. „3 × 5 bei RPE 8“ verlangt drei Sätze mit 5 Wiederholungen und einem Gewicht, das du 7-mal bewegen könntest.
Was bedeutet RPE 7 im Krafttraining?
Drei Wiederholungen in Reserve. Das ist der niedrigste Wert, bei dem die Skala die Wiederholungen noch einzeln zählt. 5 und 6 stehen zusammen für vier bis sechs Wiederholungen, und von 1 bis 4 beschreibt der Wert nur noch eine leichte Anstrengung.
Was bedeuten RPE 8,5 und RPE 9,5?
RPE 8,5 heißt ein bis zwei Wiederholungen in Reserve. Bei RPE 9,5 wäre keine weitere Wiederholung gegangen, aber etwas mehr Gewicht. In einem englischsprachigen Trainingsplan stehen diese Werte als 8.5 und 9.5.
Wie berechnet man sein 1RM mit RPE?
Zähle die Wiederholungen in Reserve zu den geschafften dazu und rechne dann mit der Epley-Formel: 1RM = Gewicht × (1 + (Wiederholungen + RIR) ÷ 30). Für 80 kg mit 5 Wiederholungen bei RPE 8: 80 × (1 + 7 ÷ 30) = 98,7 kg.
Wie viel Prozent des 1RM sind RPE 8?
Das hängt von der Wiederholungszahl ab: 91 % bei einer Wiederholung, 81 % bei fünf, 75 % bei acht, nach der Rechnung auf dieser Seite. Ein Prozentwert für „RPE 8“ ohne Wiederholungszahl sagt nichts aus.
Warum zeigen zwei RPE-Tabellen unterschiedliche Zahlen?
Weil ihre Prozentwerte nicht auf dieselbe Weise entstanden sind: Die Tabelle von Helms (2016) beruht auf drei Messungen bei Kniebeugen und auf Schätzungen, die Rechnung auf dieser Seite auf der Epley-Formel. Die Reserve zählen alle wie geschaffte Wiederholungen, auch die Tabelle von Reactive Training Systems. Bis 10 Wiederholungen einschließlich Reserve weicht die Rechnung dieser Seite höchstens 2 Prozentpunkte von den beiden anderen ab. Log hat keine Studie gefunden, die eine der drei mit einem gemessenen 1RM vergleicht.
Kann man sein 1RM schätzen, ohne bis zum Muskelversagen zu gehen?
Ja, wenn du die Wiederholungen in Reserve mitzählst: 5 Wiederholungen bei RPE 8 rechnest du wie 7 Wiederholungen bis zum Muskelversagen. Die Schätzung hängt dann von deinem RPE-Wert ab. Liegst du bei der Reserve um eine Wiederholung daneben, verschiebt sich das geschätzte 1RM um etwa 3 %.
Muss man jeden Satz bis zum Muskelversagen machen?
Nein, schreibt das American College of Sports Medicine 2026: Man muss nicht bis zum Muskelversagen gehen. Zwei Studienauswertungen von 2022 und 2023 finden darin keinen klaren Vorteil gegenüber Sätzen, die vorher enden. Über einen bestimmten RPE-Zielwert besteht keine Einigkeit.
Ist RPE im Krafttraining dasselbe wie die Borg-Skala?
Nein. Die Borg-Skala von 6 bis 20 bewertet die allgemeine Anstrengung im Ausdauersport. Die RPE-Skala im Krafttraining reicht von 1 bis 10 und zählt die Wiederholungen in Reserve am Ende eines Satzes. Eine RPE-Tabelle fürs Laufen liest man deshalb anders als diese hier.
Kann man RPE in Log eintragen?
Log hat weder für RPE noch für RIR ein Feld. Du kannst deinen Wert in die Anmerkung zur Übung schreiben, zum Beispiel „RPE 8“.
Quellen
- Zourdos et al. (2016). Novel resistance training-specific rating of perceived exertion scale measuring repetitions in reserve. Journal of Strength and Conditioning Research
- Helms, Cronin, Storey, Zourdos (2016). Application of the repetitions in reserve-based rating of perceived exertion scale for resistance training. Strength and Conditioning Journal
- Tuchscherer (2015). Beginning RTS. Reactive Training Systems, archivierte Kopie
- Halperin et al. (2022). Accuracy in predicting repetitions to task failure in resistance exercise: a scoping review and exploratory meta-analysis. Sports Medicine
- Hackett, Cobley, Davies, Michael, Halaki (2017). Accuracy in estimating repetitions to failure during resistance exercise. Journal of Strength and Conditioning Research
- Zourdos et al. (2021). Proximity to failure and total repetitions performed in a set influences accuracy of intraset repetitions in reserve-based rating of perceived exertion. Journal of Strength and Conditioning Research
- Grgic, Schoenfeld, Orazem, Sabol (2022). Effects of resistance training performed to repetition failure or non-failure on muscular strength and hypertrophy: a systematic review and meta-analysis. Journal of Sport and Health Science
- Refalo, Helms, Trexler, Hamilton, Fyfe (2023). Influence of resistance training proximity-to-failure on skeletal muscle hypertrophy: a systematic review with meta-analysis. Sports Medicine
- Refalo, Helms, Robinson, Hamilton, Fyfe (2024). Similar muscle hypertrophy following eight weeks of resistance training to momentary muscular failure or with repetitions-in-reserve in resistance-trained individuals. Journal of Sports Sciences
- Robinson et al. (2024). Exploring the dose-response relationship between estimated resistance training proximity to failure, strength gain, and muscle hypertrophy: a series of meta-regressions. Sports Medicine
- American College of Sports Medicine (2026). Resistance training prescription for muscle function, hypertrophy, and physical performance in healthy adults: an overview of reviews. Medicine & Science in Sports & Exercise
- Helms et al. (2018). RPE vs. percentage 1RM loading in periodized programs matched for sets and repetitions. Frontiers in Physiology
- Graham, Cleather (2021). Autoregulation by “repetitions in reserve” leads to greater improvements in strength over a 12-week training program than fixed loading. Journal of Strength and Conditioning Research
- Hickmott, Chilibeck, Shaw, Butcher (2022). The effect of load and volume autoregulation on muscular strength and hypertrophy: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine - Open
- Foster et al. (2001). A new approach to monitoring exercise training. Journal of Strength and Conditioning Research
- Borg (1982). Psychophysical bases of perceived exertion. Medicine & Science in Sports & Exercise
- Hackett, Johnson, Halaki, Chow (2012). A novel scale to assess resistance-exercise effort. Journal of Sports Sciences